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dr. anja rutenkröger
Co-Geschäftsführerin Demenz-Support Stuttgart
doppeltes stigma – Menschen mit lernschwierigkeiten und demenz
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Was Dich in diesem Interview erwartet
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Die Arbeit von Dr. Anja Rutenkröger bei Demenz Support Stuttgart ist geprägt von einem tiefen Verständnis für die besonderen Herausforderungen, denen Menschen mit Demenz und Lernschwierigkeiten gegenüberstehen. Sie setzt sich leidenschaftlich dafür ein, diesen Menschen eine Stimme zu geben und gesellschaftliche Nischenthemen sichtbar zu machen. Besonders im Fokus steht die Gruppe der Menschen mit Down-Syndrom, die aufgrund genetischer Besonderheiten ein deutlich erhöhtes Risiko haben, bereits ab dem 30. oder 40. Lebensjahr eine Demenz zu entwickeln.
Anja Rutenkröger erklärt, dass sich Symptome einer Demenz bei dieser Gruppe oft schnell und intensiv entwickelt, was besondere Anforderungen an die Begleitung und Pflege stellt. Sie betont, wie wichtig es ist, die individuellen Veränderungen im Verhalten und sozialen Umgang zu erkennen, denn Demenz äußert sich nicht nur durch kognitive Einbußen, sondern auch durch veränderte Emotionen und soziale Verhaltensweisen. Dabei ist es entscheidend, die Menschen nicht nur als Patienten zu sehen, sondern ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten zu würdigen.
Sie hebt hervor, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten und Demenz oft ungefilterte Emotionen zeigen und im Hier und Jetzt leben – eine Fähigkeit, die auch als Bereicherung verstanden werden kann. Neben der praktischen Arbeit engagiert sie sich stark in der Aufklärung und Sensibilisierung von Fachkräften und Angehörigen. So hat sie mit ihrer Kollegin Christina Kuhn die Selbsthilfegruppe „On Air“ für pflegende Angehörige gegründet, die bundesweit und international vernetzt ist. Diese Gruppe bietet Raum für Austausch und Unterstützung, da viele Angehörige mit der Doppelbelastung durch Pflege und eigene Lebensverantwortung kämpfen. Anja Rutenkröger kritisiert, dass es immer noch Vorurteile und Unwissenheit gibt, etwa wenn Fachpersonen die Diagnose bei Menschen mit Lernschwierigkeiten und Demenz infrage stellen. Deshalb setzt sie sich für mehr Wissen und bessere Diagnostik ein, die auf langfristiger Beobachtung und individuellen Referenzwerten basiert. Ihr Ansatz ist ganzheitlich: Es geht um die Anpassung von Wohn- und Lebensumfeldern, um das Wohlbefinden der Betroffenen zu sichern, und um die Unterstützung der Familien in einem oft komplexen sozialen Gefüge.
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