DEMENZ IST ANDERS Onlinesymposium 5
Birgit Meinhard-Schiebel
Birgit meinhard-schiebel
Präsidentin Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger in Österreich
eine stimme für pflegende

Birgit Meinhard-Schiebel, geboren 1946, ist Schauspielerin, Journalistin, Sozialmanagerin und Autorin. Sie arbeitete u.a. 18 Jahre mit arbeitssuchenden Frauen und Flüchtlingsfrauen, war beim Roten Kreuz für soziale Dienste verantwortlich und engagierte sich 15 Jahre politisch bei den Grünen, zuletzt im Wiener Landtag.

Seit 2010 ist sie Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger Österreichs und setzt sich für fast eine Million pflegende Angehörige ein.

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Was Dich in diesem Interview erwartet

Birgit Meinhard-Schiebel beschreibt ihre vielfältige berufliche Laufbahn und ihr Engagement für pflegende Angehörige in Österreich. Als Präsidentin der Interessengemeinschaft vertritt sie fast eine Million Menschen, die Angehörige unbezahlt pflegen. Sie betont die Bedeutung politischer Arbeit, um Unterstützungssysteme zu verbessern, etwa durch Reformen des Pflegegeldgesetzes.

Die Umsetzung der nationalen Demenzstrategie sieht sie als noch unzureichend, besonders in der Bekanntheit bei Betroffenen. Initiativen wie demenzfreundliche Gottesdienste fördern gesellschaftliche Teilhabe. Offenheit im Umgang mit Demenz ist ihr wichtig, um Ängste abzubauen und soziale Verbindungen zu stärken. Sie spricht auch über die Herausforderungen durch Covid-19 und die ethische Debatte um assistierten Suizid bei Demenz. Insgesamt plädiert sie für mehr Normalität, Verständnis und politische Verantwortung im Umgang mit Demenz und Pflege.

ZUM HIntergrund

Birgit Meinhard-Schiebel verkörpert eine beeindruckende Verbindung von persönlichem Engagement und politischem Einsatz im Bereich Pflege und Demenz. Ihr vielfältiger Lebensweg – von der Schauspielerei über Erwachsenenbildung bis zum Sozialmanagement – prägt ihre ganzheitliche Sicht auf das Thema. Als Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger Österreichs vertritt sie die Anliegen von fast einer Million Menschen, die Angehörige unbezahlt pflegen.

Für sie ist Pflege kein isoliertes Thema, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die politisch verankert und verbessert werden muss. Dabei legt sie großen Wert auf eine realistische und zugleich empathische Betrachtung der Lebenswirklichkeit von Betroffenen und ihren Familien. Besonders wichtig ist ihr die Umsetzung der nationalen Demenzstrategie in Österreich, die aus ihrer Sicht oft noch zu wenig bekannt und greifbar ist. Sie betont, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen nicht nur Unterstützung brauchen, sondern auch gesellschaftliche Normalität und Teilhabe. Initiativen wie demenzfreundliche Gottesdienste oder öffentliche Treffen fördern das Verständnis und den Abbau von Stigmatisierung.

Birgit Meinhard-Schiebel sieht es als essenziell an, offen über Demenz zu sprechen, um Ängste zu nehmen und Verbindungen zu schaffen. Sie fordert eine Reform des Pflegegeldgesetzes, das seit 1993 nicht mehr zeitgemäß ist, und weist auf die zusätzlichen Belastungen durch die Covid-19-Pandemie hin, die Demenzerkrankungen verschärft hat. Ihre Arbeit ist geprägt von der Überzeugung, dass politische Forderungen aus den realen Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen entstehen müssen. Dabei berücksichtigt sie auch spezielle Gruppen wie pflegende Angehörige mit Migrationshintergrund oder Young Carers. Die Interessengemeinschaft arbeitet mit
einem kleinen Team ehrenamtlich und setzt jährlich Schwerpunkte, um gezielt Verbesserungen zu erreichen.

Birgit Meinhard-Schiebel sieht Pflege als ein Thema, das alle betrifft und das durch gesellschaftliche Offenheit und politische Verantwortung besser gestaltet werden kann. Insgesamt steht sie für eine Pflegekultur, die Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen nicht ausgrenzt, sondern integriert, unterstützt und respektiert – eine Haltung, die Mut macht und zum Umdenken anregt.

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