DEMENZ IST ANDERS Onlinesymposium 5
Michael Ganß
michael ganss
Kunsttherapeut, Autor und Dozent
kunst und demenz

Michael Ganß ist Künstler, Kunstpädagoge, vielfacher Autor und Gerontologe und sicher der renommierteste Kunsttherapeut im Bereich Demenz. Er war lange Herausgeber der Zeitschrift „demenz. Das Magazin“. Heute lehrt er u.a. an der Medical School Hamburg.

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Was Dich in diesem Interview erwartet

Im Interview spricht Michael Ganß über die Bedeutung von Selbstbestimmung bei Menschen mit Demenz, die auch im fortgeschrittenen Stadium subtil erkennbar bleibt. Er betont, dass Selbstbestimmung immer im Kontext gesellschaftlicher Rahmenbedingungen steht und oft Kompromisse erfordert. Er kritisiert die häufige Fremdbestimmung im Alltag von Menschen mit Demenz und plädiert für mehr Wachsamkeit und Sensibilität bei Begleitpersonen. Er beschreibt seine künstlerische Arbeit als Raum für freie Entfaltung und hebt die Bedeutung inklusiver Begegnungen hervor. 

zum hintergrund

Michael Ganß verfolgt einen tief humanistischen Ansatz im Umgang mit Demenz, der weit über medizinische oder pflegerische Perspektiven hinausgeht. Für ihn ist die künstlerische Arbeit ein freier Raum, in dem Menschen mit Demenz selbstbestimmt handeln können, ohne Zweck oder Alltagsfunktion. Diese Freiheit eröffnet eine neue Dimension der Begegnung, in der Betroffene ihre Persönlichkeit trotz fortschreitender Demenz ausdrücken und bewahren können.
Michael Ganß betont, dass Selbstbestimmung nicht absolut ist, sondern immer im Spannungsfeld gesellschaftlicher Strukturen und Kompromisse steht. Gerade bei Menschen mit Demenz zeigt sich, dass selbst in fortgeschrittenen Stadien subtile Signale von Selbstbestimmung vorhanden sind, die es zu erkennen und zu respektieren gilt. Er warnt vor Übergriffigkeit, die oft aus gutem Willen entsteht, wenn Begleitpersonen versuchen, den Alltag zu strukturieren und dabei die Wünsche der Betroffenen übergehen.
Er sieht es als gesellschaftliche Aufgabe, Räume zu schaffen, in denen Menschen mit Demenz ihre Impulse und Bedürfnisse ausleben können, ohne ständige Fremdbestimmung. Dabei verweist er auf die Bedeutung von Inklusion: Eine inklusive Gesellschaft integriert Menschen mit unterschiedlichen Lebensweisen und Bedürfnissen in einen gemeinsamen Kulturraum, der Vielfalt nicht nur toleriert, sondern als Bereicherung versteht.
Seine langjährige Praxis in Pflegeheimen, Bürgerzentren und künstlerischen Projekten zeigt, dass Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Demenz Brücken bauen und Vorurteile abbauen können. Michael Ganß’ Haltung ist geprägt von Respekt vor der Würde jedes Menschen, unabhängig von dessen kognitiven Fähigkeiten. Er fordert eine Neubewertung des Rationalen und eine Anerkennung der inneren Welt von Menschen mit Demenz, auch wenn diese sich nicht mehr sprachlich artikulieren können. Die Würde bleibt bis zum Lebensende erhalten, und Selbstbestimmung muss als dynamischer Prozess verstanden werden, der sich an den aktuellen Bedürfnissen orientiert. Seine Lehrtätigkeit an der Medical School Hamburg und anderen Institutionen trägt dazu bei, junge Fachkräfte für diese Haltung zu begeistern und die Pflegekultur nachhaltig zu verändern.

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