DEMENZ IST ANDERS Onlinesymposium 5
Reiner Schmied
reiner schmied
Betreutes Wohnen in Familien bei Bela gGmbH
begleitetes wohnen in gastfamilien – eine neue nähe
Reiner Schmied verfügt über 24 Jahre Erfahrung in der Pflege und ist Experte für alternative Betreuungsmodelle. Er arbeitet bei der BELA-gGmbH in Biberach an der Riß, die Menschen mit Demenz und psychischen Beeinträchtigungen in Gastfamilien vermittelt. Ihr Ansatz basiert auf individueller, familiärer Betreuung statt klassischer Heime. Reiner Schmied ist ein kritischer Geist, der sich engagiert für Würde und Geborgenheit in der Pflege einsetzt.

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Was Dich in diesem Interview erwartet

Im Interview beschreibt Reiner Schmied die Geschichte und Praxis des begleiteten Wohnens in Familien, das Menschen mit Demenz und psychischen Beeinträchtigungen ein Zuhause bietet. Er erläutert, wie Gastfamilien ausgewählt und begleitet werden, und betont die Bedeutung von Liebe, Offenheit und individueller Betreuung. Er schildert eindrucksvoll, wie Menschen mit Demenz wie Frieda Wittfoth in familiärer Umgebung aufblühen und Lebensqualität gewinnen. Er weist auf die Herausforderungen hin, insbesondere den Mangel an Gastfamilien, und erklärt die vielfältigen Motive der Familien, die diese Aufgabe übernehmen. Sein Ansatz steht für eine humane Alternative zur klassischen Pflege.

zum hintergrund

Reiner Schmied steht für eine Pflegephilosophie, die das Leben mit Demenz und psychischen Beeinträchtigungen neu denkt. Für ihn ist die klassische stationäre Pflege oft nicht mehr zeitgemäß, weil sie Menschen in standardisierte Strukturen zwingt und ihre Individualität nicht ausreichend berücksichtigt. Stattdessen setzt er auf das begleitete Wohnen in Gastfamilien – ein Modell mit jahrhundertealten Wurzeln, das in den 1980er-Jahren in Deutschland wiederbelebt wurde und seit vielen Jahren bei der BELA-gGmbH in Biberach praktiziert wird. Dieses Modell bietet Menschen mit Demenz oder psychischen Beeinträchtigungen eine familiäre Umgebung, in der sie nicht nur betreut, sondern auch wirklich zuhause sind. Die Gastfamilien öffnen ihr Zuhause und ihr Herz, um den Bewohnern Geborgenheit und Teilhabe zu ermöglichen.

Reiner Schmied betont, dass es nicht nur um Pflege, sondern um echte menschliche Nähe geht: Menschen mit Demenz spüren, wenn sie geliebt und gebraucht werden. Das Aufblühen von Bewohnern wie Frieda Wittfoth, die in einer Gastfamilie wieder Lebensfreude fand, zeigt die Kraft dieses Ansatzes. Die Begleitung ist individuell und eng, angepasst an die Bedürfnisse der Bewohner, mit professioneller Unterstützung durch psychiatrische Dienste.

Die Gastfamilien bieten sich aus unterschiedlichen Motiven an – Nächstenliebe, religiöser Glaube oder der Wunsch nach einer sinnstiftenden Aufgabe im Alter. Reiner Schmied sieht darin ein Leuchtturmprojekt, das zeigt, wie viel gesellschaftliche Solidarität möglich ist, wenn Menschen sich öffnen und Verantwortung füreinander übernehmen. Trotz der Herausforderungen, etwa der begrenzten Zahl an Gastfamilien, ist er überzeugt, dass diese Form der Betreuung einen wichtigen Beitrag zu einer würdevollen Pflege leisten kann. Sein Engagement verbindet fachliche Kompetenz mit einem tiefen humanistischen Verständnis, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt – nicht die Diagnose, sondern das Leben mit all seinen Facetten.

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