Britta Flaig

Frau mit Demenzdiagnose, Künstlerin und Autorin

Britta Flaig

Britta Flaig
ist eine ehemalige Lehrerin, vierfache Mutter, Künstlerin und Autorin, die mit Anfang 50 die Diagnose Alzheimer-Demenz erhielt. Sie nutzt ihre Erfahrungen, um offen über die Diagnose zu sprechen und hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter das Kinderbuch „Mama Berta und das Vergessen“. Dort erklärt sie die Demenz kindgerecht. Flaig engagiert sich öffentlich bei Lesungen und Gesprächen, um das Bewusstsein für Demenz zu stärken.

Philosophie und Ansatz
Britta Flaig verkörpert eine bemerkenswerte Haltung im Umgang mit Alzheimer-Demenz, die weit über die reine Diagnose hinausgeht. Als ehemalige Lehrerin und Mutter von vier Kindern erhielt sie mit Anfang 50 die Diagnose Alzheimer, nachdem Ärzte zunächst Burnout vermuteten. Statt sich von der Diagnose lähmen zu lassen, entschied sich Britta Flaig für Offenheit und Mut. Sie beschreibt ihren Weg als eine bewusste Entscheidung, die Diagnose nicht als Feind, sondern als Teil ihres Lebens anzunehmen. Diese Haltung spiegelt sich auch in ihrem kreativen Schaffen wider: Mit ihrem Kinderbuch „Mama Berta und das Vergessen“ macht sie die komplexen Auswirkungen der Erkrankung für Kinder verständlich und entmystifiziert so das Thema Demenz für die ganze Familie. Die Schafmama Bertha in ihrem Buch ist eine liebevolle Metapher für das eigene Erleben, die Flaig mit Humor und Wärme erzählt.

Ihr Umgang mit der Demenz ist geprägt von einer Balance zwischen Akzeptanz und Lebensfreude. Sie hat eine Bucketlist erstellt, die sie konsequent abarbeitet – darunter eine Alpenüberquerung zu Fuß mit einem ihrer Söhne und eine Reise nach Südafrika mit zwei Kindern. Diese Erlebnisse zeigen, wie sie trotz der Einschränkungen aktiv und lebensbejahend bleibt. Britta Flaig betont, dass sie sich auf das konzentriert, was sie noch kann, statt auf das, was verloren geht. Dabei hilft ihr auch ein feiner Sinn für Stimmungen und das Bewusstsein, Stress zu vermeiden, um das Gehirn zu schützen.
Die Ergotherapie, die sie zunächst skeptisch betrachtete, erwies sich als wertvolle Unterstützung, um Struktur und Organisation in ihrem Alltag zu bewahren. So gelingt es ihr, die Herausforderungen der Demenz mit Humor und Gelassenheit zu meistern. Ihre Philosophie ist eine Einladung, Demenz nicht nur als Verlust zu sehen, sondern als Teil eines neuen Lebensabschnitts, der auch Chancen für persönliche Entwicklung und neue Erfahrungen bietet. Ihr öffentliches Engagement bei Lesungen und Gesprächen macht sie zu einer wichtigen Stimme im Kampf gegen die Stigmatisierung von Demenz, besonders bei jüngeren Betroffenen.
Britta Flaigs Lebensweg zeigt eindrucksvoll, wie Mut, Kreativität und Offenheit helfen können, eine schwere Diagnose in ein erfülltes Leben zu integrieren. Ihre Geschichte inspiriert dazu, das Leben trotz aller Widrigkeiten bewusst zu gestalten und die eigene Würde zu bewahren.

Zusammenfassung des Interviews
Britta Flaig  spricht offen über ihre Demenzdiagnose und nutzt Humor, um mit den Herausforderungen umzugehen. Flaig schrieb und illustrierte das Kinderbuch „Mama Berta und das Vergessen“, um Kindern das Thema Demenz verständlich zu machen. Sie arbeitet aktiv ihre Bucketlist ab, darunter eine Alpenüberquerung und eine Südafrikareise mit ihren Kindern. Ergotherapie half ihr, den Alltag zu organisieren. Sie betont, sich auf das zu konzentrieren, was sie noch kann, und vermeidet Stress. Ihr offener Umgang und öffentliches Engagement sensibilisieren für Frühdemenz.

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