Anna Schmeißer

Projektleiterin "Paten für Demenz" bei Tausend Taten e.V., Jena

Interview
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Anna Schmeißer
hat Soziale Arbeit (B.A.) studiert und leitet das Projekt "Paten für Demenz" beim Verein Tausend Taten e.V. in Jena. Sie vermittelt ehrenamtliche Patinnen und Paten, die Menschen mit Demenz begleiten und pflegende Angehörige entlasten. Ihr Engagement zielt darauf ab, Demenz sichtbarer in der Gesellschaft zu machen und Betroffenen mehr Lebensqualität zu ermöglichen.
Philosophie und Ansatz
Anna Schmeißer verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz im Umgang mit Demenz, der auf Respekt, Empathie und individueller Begleitung basiert. Für sie ist jeder Mensch mit Demenz einzigartig – „kennst du einen Menschen mit Demenz, kennst du einen Menschen“. Dieses Bewusstsein prägt ihre Arbeit im Projekt „Paten für Demenz“, das sie beim Verein Tausend Taten e.V. leitet. Dort vermittelt sie ehrenamtliche Patinnen und Paten, die Menschen mit Demenz regelmäßig besuchen und begleiten. Dabei legt Anna Schmeißer großen Wert auf eine sorgfältige Auswahl und Ausbildung der Ehrenamtlichen.
In einem dreitägigen Kurs lernen sie nicht nur Grundlagen über Demenz, Symptome und Diagnostik, sondern auch Kommunikationsmethoden wie Validation, die den Betroffenen auf Augenhöhe begegnen. Die Ausbildung umfasst zudem Angehörigengespräche, um die Perspektive der pflegenden Familienmitglieder zu verstehen und so die Begleitung optimal zu gestalten.
Anna Schmeißer betont, wie wichtig es ist, Menschen mit Demenz aktiv einzubeziehen und nicht über sie zu sprechen. Sie berichtet von individuellen Herausforderungen, etwa wenn Hörprobleme oder Unsicherheiten entstehen, und wie flexible Lösungen gefunden werden, um den Betroffenen das Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung zu vermitteln. Ein zentrales Anliegen von Anna Schmeißer ist die Entlastung der Angehörigen, die oft einen 24-Stunden-Job leisten. Durch die ehrenamtliche Unterstützung erhalten sie dringend benötigte Ruhepausen. Die Patinnen und Paten werden nach Nähe zum Wohnort und gemeinsamen Interessen ausgewählt, um eine vertrauensvolle Beziehung zu fördern.
Anna Schmeißer selbst war früher Ehrenamtliche im Projekt und bringt ihre persönliche Erfahrung in die Leitung ein. Ihre Bachelorarbeit widmete sie der Kommunikation mit Menschen mit Demenz, weil sie erkannt hat, wie entscheidend die richtige Wortwahl und Geduld für gelingende Beziehungen sind – eine Haltung, die sie auch im Umgang mit ihren eigenen Kindern schätzt. Für Anna Schmeißer ist Demenz nicht nur eine Krankheit, sondern eine Herausforderung, die mit Würde, Verständnis und einem offenen Herzen begegnet werden muss. Ihr Engagement macht Demenz sichtbarer und zeigt, wie viel Lebensqualität durch menschliche Nähe und respektvolle Kommunikation möglich ist.
Zusammenfassung des Interviews
Anna Schmeißer erklärt, wie Angehörige meist über Pflegestützpunkte oder ambulante Dienste Kontakt zum Projekt „Paten für Demenz“ aufnehmen. Nach einem ersten Kennenlernen zu Hause, bei dem biografische Details erfragt werden, wird ein passender ehrenamtlicher Pate ausgewählt – nahe am Wohnort und mit gemeinsamen Interessen. Die Ehrenamtlichen erhalten eine umfassende Ausbildung, die Grundlagen zu Demenz, Kommunikation und Validation umfasst. Ziel ist es, Menschen mit Demenz auf Augenhöhe zu begegnen und Angehörige zu entlasten. Anna Schmeißer betont die Bedeutung individueller Lösungen und die emotionale Nähe, die im Projekt entsteht. Sie selbst war früher Ehrenamtliche und bringt diese Erfahrung in ihre Arbeit ein.

2 Kommentare

  • Anonym

    Leider ist dieser Beitrag nicht freigeschaltet.

  • Michael Hagedorn

    Es gibt leider größere technische Probleme. Ich gehe davon aus, dass das Interview zwischen 19 Uhr und 19.30 Uhr endlich online gehen wird. Danke fürs Verständnis.

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