Dr. Astrid Steinmetz

"Kommunikation ohne Worte"; Sozialpädagogin und Gerontologin

Dr. Astrid Steinmetz
Interview
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Dr. Astrid Steinmetz
ist Dipl.-Musiktherapeutin, Dipl.-Sozialpädagogin (FH) und promovierte Gerontologin. Seit über 25 Jahren begleitet sie Schwerstkranke und Sterbende, insbesondere Menschen mit Demenz. 2001 gründete sie das Konzept „Kommunikation ohne Worte – KoW®“, ein Körpersprache-Training für Gesundheitsberufe, das in Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg etabliert ist. Ihr Ansatz ist wissenschaftlich fundiert und schützt Fachkräfte vor Überforderung.


Philosophie und Ansatz
Dr. Astrid Steinmetz widmet ihr Leben der tiefen, nonverbalen Verbindung mit Menschen, die sprachlich nicht mehr erreichbar sind – vor allem Schwerstkranken und Menschen mit Demenz. In ihrer über 25-jährigen Hospizarbeit erkannte sie früh, dass Worte oft versagen, wenn kognitive Fähigkeiten schwinden. Die Körpersprache bleibt jedoch bis zum letzten Atemzug ein unverzichtbarer Kommunikationskanal.

Aus dieser Erfahrung entstand ihr Konzept „Kommunikation ohne Worte – KoW®“, das sie 2001 gründete und wissenschaftlich evaluierte. KoW® ist mehr als ein Training: Es ist eine Haltung, die den Menschen in seiner Würde und Einzigartigkeit wahrnimmt und die tiefe Verbundenheit über alle sprachlichen Barrieren hinweg ermöglicht. Steinmetz betont, dass Kommunikation nicht nur aus Worten besteht, sondern aus einem vielschichtigen Zusammenspiel von Blickkontakt, Tonfall, Gestik und Berührung.

Gerade bei Menschen mit Demenz, deren Wahrnehmung durch einen „Wirbelsturm“ aus inneren und äußeren Reizen geprägt ist, schafft sie durch gezielte, fein abgestimmte Körpersprache eine klare Gestalt im Nebel. So wird der Kontakt möglich, Vertrauen entsteht, und die emotionale Ebene wird erreicht. Dabei ist ihr Ansatz dialogisch: Sie beobachtet aufmerksam die Reaktionen ihres Gegenübers, passt sich sensibel an und sucht immer den echten Austausch. Die Berührung ist für sie das letzte, behutsam eingesetzte Element, um keine Angst auszulösen.
Ihre Arbeit schützt nicht nur die Patienten, sondern auch die Fachkräfte vor Überforderung und Burn-out, indem sie ihnen Werkzeuge an die Hand gibt, um in sprachlosen Situationen präsent und wirksam zu sein. KoW® hat sich in über 220 Unternehmen im deutschsprachigen Raum etabliert und findet Anwendung in Pflege, Medizin, Therapie, Palliativversorgung und Seelsorge. Steinmetz’ Vision ist es, dass jeder Mensch, unabhängig von seinem Zustand, in seiner Würde gesehen und verstanden wird – durch die universelle Sprache des Körpers.
Ihr Buch „Glücksmomente – Geschichten vom Lebensende“ (erschienen 2026) vertieft diese Philosophie und lädt ein, die Schönheit und Tiefe des Lebens bis zuletzt zu entdecken.
Im Interview erklärt Dr. Astrid Steinmetz, wie wichtig nonverbale Kommunikation bei Menschen mit Demenz und Schwerkranken ist. Sie betont, dass der Blickkontakt, Tonfall und Berührung zentrale Elemente sind, um trotz kognitiver Einschränkungen Verbindung herzustellen. Menschen mit Demenz verlieren die Fähigkeit, Reize zu filtern, weshalb ein „Einfädeln“ in ihre Wahrnehmung nötig
ist.
Astrid Steinmetz zeigt, wie KoW® Fachkräfte darin schult, sensibel und dialogisch zu agieren, um Vertrauen und Beziehung aufzubauen. Sie warnt vor unbedachten Berührungen und hebt hervor, dass Menschen mit Demenz besonders empfänglich für Ambivalenzen in der Körpersprache sind. Kommunikation ist für sie vor allem Beziehungsarbeit, die auch Handlungsräume öffnet.

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