Martin Mühlegg

Vorstand Demenzworld und pflegender Angehöriger

Interview
Trailer

Martin Mühlegg
ist Redaktionsleiter und Vorstand von demenzworld, Chefredakteur von Fachmagazinen wie „Das Heft“ der Sonnweid sowie Präsident des Vereins Podium Demenz. Seit über 20 Jahren schreibt er über Demenz, betreut seine Mutter mit Demenz und setzt sich mit innovativen Projekten für Menschen mit Demenz und Angehörige ein.

Philosophie und Ansatz
Martin Mühlegg verbindet persönliche Erfahrung mit professioneller Expertise und schafft so eine Brücke zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachwelt. Seine Arbeit ist geprägt von Empathie und dem Wunsch, Demenz nicht nur als Krankheit, sondern als Teil des Lebens sichtbar zu machen. Aus der eigenen Familiengeschichte, in der seine Großmutter und Mutter mit Demenz leben, schöpft er tiefes Verständnis für die Herausforderungen und Bedürfnisse der Betroffenen. Dabei verfolgt Martin Mühlegg einen ganzheitlichen Ansatz: Er nutzt moderne Medien wie Videos, Podcasts und Social Media, um Wissen leicht zugänglich und lebendig zu vermitteln.
Das Projekt Demenzworld, das er maßgeblich aus der Taufe gehoben hat, ist ein lebendiges Netzwerk, das neben journalistischen Inhalten auch Lernvideos, ein Online-Lexikon und Peer-to-Peer-Vernetzung bietet. Besonders wichtig sind ihm die Demenz-Meets, die seit 2016 in immer mehr Städten im deutschsprachigen Raum stattfinden. Diese Treffen schaffen eine offene, inspirierende Atmosphäre, in der Betroffene und Angehörige sich austauschen und gegenseitig stärken können.

Martin Mühlegg sieht in solchen Begegnungen eine Bewegung, die das Tabu Demenz bricht und neue
Lebensqualität ermöglicht. Er betont, dass die Betroffenen selbst die wichtigsten Experten sind und dass Validation und Respekt im Umgang mit Menschen mit Demenz essenziell sind. Zugleich erkennt er das Potenzial moderner Technologien wie KI und Pflegerobotern, die den Alltag erleichtern und Pflegekräfte entlasten können. Er plädiert für einen pragmatischen und menschlichen Einsatz dieser Hilfsmittel, um mehr Zeit für echte menschliche Nähe zu schaffen. Seine Haltung ist geprägt von Demut und der Überzeugung, dass ein bewusster, sanfter Umgang mit Demenz nicht nur das Leben der Menschen mit Demenz verbessert, sondern auch das der Angehörigen bereichert. So gelingt es ihm, das schwere Thema mit Leichtigkeit und Hoffnung zu verbinden und eine nachhaltige Veränderung anzustoßen.
Zusammenfassung des Interviews
Martin Mühlegg erzählt, wie ihn persönliche Erfahrungen mit seiner Großmutter und Mutter zur Demenzarbeit führten. Er beschreibt seine Rolle als Redaktionsleiter von Demenzworld, das Wissen, Austausch und Kultur für Betroffene bietet. Besonders hebt er die Demenz-Meets hervor, die seit 2016 in immer mehr Städten stattfinden und Betroffenen sowie Angehörigen eine inspirierende Plattform bieten. Martin Mühlegg betont den Wert von Peer-to-Peer-Unterstützung, Lernvideos und einem Online-Lexikon. Er sieht großes Potenzial in KI und Pflegerobotern, die den Alltag erleichtern können, ohne den Menschen zu ersetzen. Sein Umgang mit Demenz ist geprägt von Empathie, Respekt und dem Wunsch, das Thema leichter zugänglich zu machen.

3 Kommentare

  • Reinhold Lang

    Stimmt, mangelnde gesellschaftliche und politische Akzeptanz sowie finanzielle Unterstützung für Projekte und Bildung.

  • Reinhold Lang

    Herr Mühlegg trifft den Kern, Meetings zum Austausch und helfende Informationen sind notwendig. Aber Gelder für Gesundheit und Bildung werden zu Gunsten von Rüstung und ausufernde Bürokratie gekürzt.

  • Die Demenzstrategie mit den Inhalten ist leider nur auf dem Papier umsetzbar, alle Anstrengungen scheitern, fast immer an der finanziellen Umsetzung.

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