Peter Wißmann

Schriftsteller und langjähriger Demenzexperte

Peter Wißmann
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Peter Wißmann
war 15 Jahre Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der Demenz Support Stuttgart gGmbH. Er gilt als eine der wichtigsten Stimmen zum Thema Demenz im deutschsprachigen Raum und engagierte sich für Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Demenz. Nach seinem Ruhestand begann er eine neue Karriere als Schriftsteller und veröffentlichte sein erstes literarisches Buch „Überschattet. Erzählungen über Demenz“.

Philosophie und Ansatz
Peter Wißmann hat über Jahrzehnte hinweg die Demenzarbeit im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus maßgeblich geprägt. Sein Ansatz basiert auf einer tiefen Wertschätzung der Person hinter der Diagnose Demenz – unabhängig vom Stadium. Er betont, dass Menschen mit Demenz nicht auf ihre Krankheit reduziert werden dürfen, sondern als individuelle Persönlichkeiten
mit eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten gesehen werden müssen.
Er kritisiert die Routine und das Festhalten an alten Mustern in der Pflege, die oft nur Lippenbekenntnisse bleiben. Er fordert mehr Mut und Offenheit für radikale Veränderungen, um die Lebensqualität der Betroffenen wirklich zu verbessern. Dabei verweist er auf die Bedeutung von Selbsthilfe und Teilhabe, auch wenn diese Bereiche oft vernachlässigt oder als zu aufwendig abgetan werden.

Besonders wichtig ist ihm, dass Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die sich nicht mehr verbal äußern können, dennoch
eine Stimme erhalten. Er sieht darin eine tägliche Herausforderung, die viel Sensibilität und individuelle Annäherung erfordert. Peter Wißmann hebt hervor, dass viele Fähigkeiten trotz Demenz erhalten bleiben und es Aufgabe der Pflege ist, diese zu erkennen und zu fördern. Seine langjährige Erfahrung zeigt, dass kreative Projekte wie eine Rap-CD mit älteren Menschen mit Demenz überraschende und berührende Ergebnisse liefern können – ein Beleg für die Kraft von Offenheit und Innovation.

Nach seinem Rückzug aus der aktiven Demenzarbeit widmet sich Peter Wißmann nun seinem Jugendtraum, der literarischen Prosa. Sein 2024 erschienenes Buch „Überschattet. Erzählungen über Demenz“ verbindet seine fachliche Expertise mit künstlerischem Ausdruck und öffnet neue Perspektiven auf das Thema. In seinem aktuellen literarischen Projekt reflektiert er, wie Menschen sich in einer Welt orientieren, die von Rationalität und Fortschritt geprägt ist – ein Thema, das auch die Demenzdiskussion berührt, ohne sie explizit zu nennen.

Peter Wißmanns Lebenswerk zeigt, wie wichtig es ist, Menschen mit Demenz mit Respekt, Offenheit und Kreativität zu begegnen und wie viel Potenzial in der Begegnung mit dieser oft stigmatisierten Gruppe steckt.
Zusammenfassung des Interviews
Peter Wißmann reflektiert seine langjährige Arbeit in der Demenzszene und sieht trotz Fortschritten noch großen Handlungsbedarf. Er betont, dass Menschen mit Demenz bis zum letzten Atemzug als Personen mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen werden müssen. Er kritisiert die Routine in der Pflege und fordert mehr Mut zu radikalem Umdenken. Er hebt die Bedeutung von Selbsthilfe für Menschen mit Demenz hervor, die oft vernachlässigt wird. Besonders wichtig ist ihm, Menschen mit fortgeschrittener Demenz eine Stimme zu geben, auch wenn sie sich nicht mehr artikulieren können. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Arbeit widmet sich Wißmann nun als Autor literarischer Prosa, wobei sein Buch „Überschattet“ neue Einblicke in das Thema Demenz bietet.

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