

Peter Wißmann
Schriftsteller und langjähriger Demenzexperte
Philosophie und Ansatz
Peter Wißmann hat über Jahrzehnte hinweg die Demenzarbeit im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus maßgeblich geprägt. Sein Ansatz basiert auf einer tiefen Wertschätzung der Person hinter der Diagnose Demenz – unabhängig vom Stadium. Er betont, dass Menschen mit Demenz nicht auf ihre Diagnose reduziert werden dürfen, sondern als individuelle Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten gesehen werden müssen.
Besonders wichtig ist ihm, dass Menschen mit fortgeschrittener Demenz, die sich nicht mehr verbal äußern können, dennoch eine Stimme erhalten. Er sieht darin eine tägliche Herausforderung, die viel Sensibilität und individuelle Annäherung erfordert. Peter Wißmann hebt hervor, dass viele Fähigkeiten trotz Demenz erhalten bleiben und es Aufgabe der Pflege ist, diese zu erkennen und zu fördern. Seine langjährige Erfahrung zeigt, dass kreative Projekte wie eine Rap-CD mit älteren Menschen mit Demenz überraschende und berührende Ergebnisse liefern können – ein Beleg für die Kraft von Offenheit und Innovation.
Nach seinem Rückzug aus der aktiven Demenzarbeit widmet sich Peter Wißmann nun seinem Jugendtraum, der literarischen Prosa. Sein 2024 erschienenes Buch „Überschattet. Erzählungen über Demenz“ verbindet seine fachliche Expertise mit künstlerischem Ausdruck und öffnet neue Perspektiven auf das Thema. In seinem aktuellen literarischen Projekt reflektiert er, wie Menschen sich in einer Welt orientieren, die von Rationalität und Fortschritt geprägt ist – ein Thema, das auch die Demenzdiskussion berührt, ohne sie explizit zu nennen.
Peter Wißmann reflektiert seine langjährige Arbeit in der Demenzszene und sieht trotz Fortschritten noch großen Handlungsbedarf. Er betont, dass Menschen mit Demenz bis zum letzten Atemzug als Personen mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen werden müssen. Er kritisiert die Routine in der Pflege und fordert mehr Mut zu radikalem Umdenken. Er hebt die Bedeutung von Selbsthilfe für Menschen mit Demenz hervor, die oft vernachlässigt wird. Besonders wichtig ist ihm, Menschen mit fortgeschrittener Demenz eine Stimme zu geben, auch wenn sie sich nicht mehr artikulieren können. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Arbeit widmet sich Wißmann nun als Autor literarischer Prosa, wobei sein Buch „Überschattet“ neue Einblicke in das Thema Demenz bietet.
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1 Kommentar
Hallo Michael,
danke für diesen tollen und interessanten Beitrag und auch die vielen anderen bewegenden
Interviews. Ich arbeite in der ambulanten Altenpflege und werde in meiner kurz bevorstehenden Rentenzeit noch als Betreuungskraft in der Tagespflege arbeiten.
Die Einstellung von Peter Wißmann gegenüber Demenz erkrankten hat mich sehr nachdenklich gemacht.
Ich werde mir sein neues Buch kaufen und mit Spannung lesen.
Ganz vielen Dank für alles 😄🙏🙏🙏