Susanne Wagner

Innenarchitektin, Gestalterin Heilender Räume für Menschen mit Demenz

Interview
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Susanne Wagner
ist Dipl.-Ing. Innenarchitektin und Expertin für demenzsensible Innenarchitektur. Sie leitet "Susanne Wagner Interior Architecture & Consulting" sowie "SenHaus" am Bodensee. Seit mehr als drei Jahrzehnten gestaltet sie Räume für Pflege und Demenz in Zentraleuropa. Unter anderem in ihrer Masterclass "Demenz-Wohn-Expert" vermittelt sie, wie Farb- und Materialgestaltung das Verhalten und Wohlbefinden von Menschen mit Demenz positiv beeinflusst.

Philosophie und Ansatz
Susanne Wagner betrachtet Innenarchitektur für Menschen mit Demenz als eine zutiefst menschliche und sinnstiftende Aufgabe. Für sie sind Räume weit mehr als bloße Aufenthaltsorte: Sie sind eine „dritte Haut“, die Schutz, Geborgenheit und Orientierung bieten muss. Ihre Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass eine bewusste Gestaltung von Wand, Boden, Decke, Licht und Farben nicht
nur die Atmosphäre prägt, sondern aktiv das Verhalten und Wohlbefinden der Bewohner beeinflusst.
Dabei geht es ihr nicht um oberflächliche Dekoration, sondern um ein ganzheitliches Konzept, das Sicherheit und Ruhe vermittelt und gleichzeitig die Individualität der Menschen respektiert. Ihre Inspiration schöpft Susanne Wagner auch aus persönlichen Erfahrungen mit ihren Großeltern, was ihr Verständnis für Würde und Respekt im Alter vertieft hat.
Sie betont, wie wichtig es ist, sich in die Bewohner einzufühlen, sie zu beobachten und ihre Bedürfnisse genau zu verstehen. So vermeidet sie etwa dunkle Fußböden, die Menschen mit Demenz als bedrohlich empfinden, und setzt stattdessen auf harmonische Farbkonzepte und natürliche Materialien. Ein besonderes Anliegen sind ihr Räume, die Erinnerungen wecken und Identifikation ermöglichen – etwa durch großformatige Fotos aus der Nachbarschaft, die als „Fenster in die Welt“ dienen und Gespräche anregen.
Susanne Wagner sieht Innenarchitektur als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die Menschen mit Demenz Halt gibt, wenn Sprache und Orientierung schwinden. Dabei bezieht sie auch das Umfeld mit ein: nicht nur Bewohner, sondern auch Mitarbeitende und Angehörige profitieren von einer durchdachten Raumgestaltung. Abschieds- und Andachtsräume gestaltet sie als behutsame Orte des Rückzugs und der Gemeinschaft. Ihre Masterclass „Demenz-Wohn-Expert“ vermittelt Fachkräften praxisnah, wie sie Räume schaffen, die emotional tragen und Sicherheit schenken. Ihre Arbeit zeigt eindrucksvoll, dass Innenarchitektur für Menschen mit Demenz weit über Ästhetik hinausgeht – sie ist ein Schlüssel zu mehr Lebensqualität, Würde und Menschlichkeit.
Zusammenfassung des Interviews
Susanne Wagner berichtet, wie sie vor über 30 Jahren zufällig zur Innenarchitektur für Pflegeheime kam und seitdem Räume für Menschen mit Demenz gestaltet. Sie betont, dass Wand, Boden, Decke und Licht die größten Flächen sind und maßgeblich die Atmosphäre prägen. Wichtig sei, sich in die Bewohner einzufühlen und typische No-Gos wie dunkle Fußböden zu vermeiden. Bilder an den Wänden können Erinnerungen wecken und als „Fenster in die Welt“ dienen. Abschieds- und Andachtsräume sind für sie wertvolle Rückzugsorte. Susanne Wagner hebt hervor, wie Begegnungen mit Bewohnern sie berühren und wie wichtig es ist, offen und respektvoll auf Menschen mit Demenz zuzugehen.

Ein Kommentar

  • Monika Bechtel

    Wohnraumkonzepte wichtig und müssen indiv. sein; nicht nur in Pflegeeinrichtungen, wichtig auch in Krankenhäusern; dort auch in Aufenthaltsräumen mit z.B. leiser Musik, farbig, Notaufnahme mit ind. Gestaltung zur Beruhigung, Ängste nehmen

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