TAG 1

 Selbstbestimmung und Demenz

Willkommen zu Tag 1 des 5. DEMENZ IST ANDERS Onlinesymposiums!

Der Themenschwerpunkt des heutigen Tages ist Selbstbestimmung bei Demenz.

Wie kann es gelingen, Menschen mit Demenz ihre Autonomie, ihre Würde und ihre Entscheidungsfähigkeit zu erhalten – auch wenn die kognitive Leistungsfähigkeit nachlässt? Und wie müssen wir Pflege, Begleitung und gesellschaftliche Haltungen neu denken, damit Selbstbestimmung nicht endet, wo die Diagnose beginnt?

Dies sind meine drei heutigen Interviewpartner, die zu diesem Thema viel zu sagen haben:

Michael Schmieder leitete über drei Jahrzehnte das Pflegeheim Sonnweid in der Schweiz und entwickelte es zu einer der renommiertesten Einrichtungen für Menschen mit Demenz weltweit. Als Autor und Demenzexperte mit einem Masterabschluss in Ethik setzt er sich unermüdlich dafür ein, dass Würde kein Privileg der Leistungsfähigen ist.

Dr. Stephan Kostrzewa ist Fachkraft für Palliative Care und Gerontopsychiatrie und Begründer des Konzepts „Therapeutisches Gammeln". Mit seinem Ansatz zeigt er, wie Freiheit statt Struktur das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz stärkt – und was echte Selbstbestimmung im Pflegealltag bedeuten kann.

Dr. Michael Wunder ist Psychologe, Psychotherapeut und ehemaliges Mitglied des Deutschen Ethikrates. Er hat die gesellschaftliche und rechtliche Diskussion um Selbstbestimmung bei Demenz in Deutschland maßgeblich geprägt und streitet dafür, dass Autonomie auch in fortgeschrittenen Krankheitsphasen erkannt und respektiert wird.

Sprecher:innen des Tages:

 Michael Schmieder (ab 09:00 Uhr), Dr. Stephan Kostrzewa (ab 10:00 Uhr), Dr. Michael Wunder (ab 11:00 Uhr)

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Die heutigen Beiträge der Expert:innen

Schau Dir hier den kurzen Trailer an und klicke auf den jeweiligen Button, um auf die Seite des jeweiligen Sprechers mit dem Video und weiteren Infos zu gelangen.

Michael Schmieder

Michael Schmieder ist Krankenpfleger, Demenzexperte und entwickelte das Pflegeheim Sonnweid zu einer der weltweit führenden Demenz-Einrichtungen. Heute arbeitet er freiberuflich, engagiert sich bei demenzworld.com und den Demenz Meets und ist mehrfacher Buchautor.

Dr. Stephan Kostrzewa

Stephan Kostrzewa ist Altenpfleger, Sozialwissenschaftler und Fachkraft für Palliative Care und Gerontopsychiatrie. Er ist Gründer des Instituts für palliative und gerontopsychiatrische Interventionen und Initiator des Konzepts des „Therapeutischen Gammeln“ für Menschen mit Demenz.

Dr. Michael Wunder

Dr. Michael Wunder ist Psychologe und Psychotherapeut. Er war u.a. Mitglied der Enquete-Kommission zu Ethik Medizin im Deutschen Bundestag und Mitglied im Deutschen Ethikrat. Seine Arbeit fokussiert sich auf Demenz, Selbstbestimmung und ethische Fragen am Lebensende.

5 Kommentare

  • So ein wunderbares Gespräch zum „Therapeutischen Gammeln“. Das hat gut getan, diese andere offene Sichtweise und wirklich wertschätzende Art von Euch beiden wahrzunehmen. Ich frage mich, wie es gelingen könnte, dieses Konzept öfter umzusetzen. Mir scheint, die meisten Angebote bedienen im Moment noch viel zu sehr die Vorstellungen der Angehörigen und der Pflege- und Betreuungskräfte und deren Strukturbedürfnisse. Sich davon freier zu machen, und sich zu fragen, was denn eigentlich für einen Menschen mit Demenz gut und wichtig sein könnte, erfordert von uns allen viel innere Freiheit und Offenheit, nicht leicht, aber wir sollten es weiter versuchen!

  • maria

    … und die Frage könnte man auch weiter ausdehnen,
    wie sähe eine freie reife Familie/Gemeinschaft/Dorf-Gesellschaft aus,
    in der jeder genau DAS leben und einbringen kann,
    das ihm Selbst entspricht?

    Danke für dieses wundervolle Interview

  • Ein starker Auftakt am ersten Tag des 5. Onlinesymposiums.

  • Ulrike Rong

    Was für ein kluger Mann Dr. Stephan Kostrzewa ist – er hat meine Ansichten und therapeutischen Ziele völlig verändert…Ich arbeite als Ergotherapeutin unter anderem mit dementen Menschen und schon länger frage ich mich, was mache ich mit meinen therapeutischen Interventionen für das Wohl des Patienten und was für mein eigenes Wohlbefinden/Ehrgeiz . Und auch die Symptome wie Unruhe und Aggression habe ich auf die Demenz geschoben, ohne darüber nachzudenken, dass die Ursachen Schmerz oder Juckreiz sein könnten . Habe hier sehr viel dazugelernt und werde es in die Beratung von Angehörigen mit einbauen . Vielen Dank

  • Simone

    Mit großer Vorfreude habe ich auf das Gespräch gewartet und bin sehr begeistert. Danke für die vielen Impulse und neuen und vertrauten Blickachsen auf die Demenz. Ich hoffe, dass dieser Betreuungsansatz viele Gleichgesinnte findet.

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