

TAG 10
KOMMUNIKATION - SO KANN SIE GELINGEN
Heute ist Tag 10 des DEMENZ IST ANDERS Onlinesymposiums und der Themenschwerpunkt lautet:
KOMMUNIKATION – SO KANN SIE GELINGEN.
Wie kommen wir wirklich in Kontakt mit einem Menschen mit Demenz? Wie sprechen wir mit jemandem, dessen Welt sich verändert hat – ohne ihn zu korrigieren, zu überfordern oder zu verlieren? Darum geht es heute.
𝗘𝗿𝗶𝗰𝗵 𝗦𝗰𝗵𝘂̈𝘁𝘇𝗲𝗻𝗱𝗼𝗿𝗳 ist eine der prägenden Stimmen der deutschsprachigen Demenzszene – seit Jahrzehnten, mit Humor, mit Tiefe und mit einer Wärme, die sofort spürbar ist. Er ist 76, er hat 50 Jahre lang mit Menschen mit Demenz gearbeitet, und jetzt denkt er laut nach, wie es sein wird, wenn er selbst eine Demenz hat. Er spricht über das Dionysische Lebensprinzip – über Sinnlichkeit, Spielfreude und das Lustvolle, das frei wird, wenn der Verstand sich zurückzieht. Und er sagt, was er sich wünscht, wenn er irgendwann in einem Pflegeheim lebt: ein Doppelbett, schöne Räume, und dass man ihn einfach in Ruhe lässt. Dieses Gespräch ist so lebendig und so offen, dass man gar nicht aufhören möchte zuzuhören.
𝗦𝘁𝗲𝗽𝗵𝗮𝗻𝗶 𝗠𝗮𝘀𝗲𝗿 ist Ergotherapeutin und eine von nur vier Validationsmasterinnen in Deutschland. Validation – das Zauberwort im Umgang mit Menschen mit Demenz – beschreibt sie so: in den Schuhen des anderen gehen. Nicht widersprechen, nicht erklären, nicht korrigieren. Sondern wirklich hinhören, was jemand gerade braucht und fühlt. Sie erzählt von einem Kind, das intuitiv validiert hat – ohne je davon gehört zu haben. Und von einer Frau, die am Ende ihres Lebens auf ihre Kinder wartete, die nicht kamen – und wie Stephani Maser ihr trotzdem Frieden schenken konnte. Ein Gespräch, das unter die Haut geht.
𝗗𝗿. 𝗔𝘀𝘁𝗿𝗶𝗱 𝗦𝘁𝗲𝗶𝗻𝗺𝗲𝘁𝘇 ist Therapeutin, Musikerin und Autorin – und hat ein Trainingskonzept entwickelt, das sich Kommunikation ohne Worte nennt. Sie arbeitet seit über 25 Jahren mit Schwerstkranken und Sterbenden, viele davon mit Demenz. Ihr Ausgangspunkt: Körpersprache bleibt bis zum letzten Atemzug. Sie erklärt, warum Berührung immer das letzte Element der Kontaktaufnahme sein sollte – und nicht das erste. Und warum Blickkontakt im Gehirn eine neuronale Aktivierung auslöst, die Menschen mit Demenz buchstäblich befähigt, mehr von ihren Ressourcen zu nutzen. Ihr Buch „Glücksmomente – Geschichten vom Lebensende" ist kürzlich erschienen – mit 71 Begegnungsgeschichten, Musik und Kunstwerken von Hospizbewohnern.
Drei Menschen, drei Zugänge zur selben Grundfrage: Wie bleibe ich wirklich im Kontakt mit jemandem, dessen Welt sich verändert?
Ich freue mich auf Deine Gedanken dazu!
Sprecher:innen des Tages:
Erich Schützendorf (ab 9:00 Uhr), Stephani Maser (ab 12:00 Uhr), Dr. Astrid Steinmetz (ab 15:00 Uhr)
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Erich Schützendorf
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